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Ein Blick hinter die Kulissen des GIK-Beratungs- und Designprozesses

Wenn Leute fragen, wie der GIK-Beratungsprozess eigentlich aussieht, ist Zach Adams’ Studio in Nashville ein gutes Beispiel, denn es spiegelt wider, was viele unserer Kunden tun. Zach ist ein professioneller Produzent und Toningenieur, der von zu Hause aus in einem eigens dafür eingerichteten Raum arbeitet.

Das war kein leerer Raum mit einem Laptop und einem Paar Lautsprechern. Es war bereits ein solides Projektstudio mit guter Ausstattung und einigen ersten akustischen Maßnahmen. In vielerlei Hinsicht lag es schon über dem Durchschnitt. Aber wie die meisten kleinen Räume hatte es eine vorhersehbare Schwäche: die Kontrolle der tiefen Frequenzen.

Und bei der Akustik kleiner Räume entscheidet der Tieftonbereich meist darüber, ob Klarheit gewonnen oder verloren geht.

Dieses Projekt gab uns die Gelegenheit, Schritt für Schritt zu zeigen, wie wir einen echten Arbeitsraum für einen Audio-Profi angehen. Kein idealisiertes Schema. Ein echter Raum mit schrägen Decken, Fenstern, Türen, ästhetischen Vorlieben und vielfältigen Funktionen.

So sind wir vorgegangen.

Zunächst die Ziele

Bevor wir über Produkte sprachen, haben wir über die Ergebnisse gesprochen.

Zachs Raum dient mehreren Zwecken. Er ist ein Schreibraum für gemeinsame Songwriting-Sessions, ein Aufnahmeraum für Gesang und Overdubs sowie eine Produktions- und Mischumgebung. Diese Kombination bestimmt jede gestalterische Entscheidung. Ein Schreibraum darf sich nicht bedrückend anfühlen. Ein Aufnahmeraum darf nicht dumpf klingen. Ein Mischraum muss so zuverlässig sein, dass Entscheidungen auch außerhalb des Raums Bestand haben.

Zach lag auch die Atmosphäre und das Ambiente des Raums sehr am Herzen. Er wollte, dass der Raum hell und offen bleibt. Er hatte sich bewusst für weiße Paneele entschieden und mochte die Beleuchtung so, wie sie war. Das Design musste diese klare, ruhige Ästhetik unterstützen, anstatt den Raum in eine dunkle, übermäßig schallabsorbierende Umgebung zu verwandeln.

Ein Studio ist sowohl ein technisches Werkzeug als auch eine kreative Umgebung. Wenn es sich schwer anfühlt, verändert sich der Arbeitsablauf. Daher war es von Anfang an das Ziel, einen Raum zu schaffen, der sich offen anfühlt, aber gleichzeitig auf hohem Niveau funktioniert.

Erstellung eines präzisen Modells

Seriöse Akustikplanung beginnt mit der Geometrie. Wir haben Wandbreiten, Deckenhöhen, den Übergang der Deckenneigung, Fensterpositionen, Türmaße und Schwellenhöhen vermessen. Diese Zahlen wurden in ein Roomle-Modell eingegeben, um eine präzise 3D-Darstellung des Raums zu erstellen.

Das Modell muss nicht aufwendig sein. Es muss präzise sein. Selbst ein einfacher Kasten mit den richtigen Maßen bietet uns eine verlässliche Grundlage. In Kombination mit Fotos des Raums liefert es genügend Kontext, um fundierte Entscheidungen über die Platzierung und Abdeckung zu treffen.

Das betonen wir oft. Eine einfache Skizze und ein paar Fotos reichen uns aus, um zuversichtlich weiterzumachen. Aber die Roomle-Software ermöglicht es uns, sehr präzise zu arbeiten, solange man darauf achtet, die Skizze entsprechend den Maßen und dem Grundriss des Raums zu erstellen.

Sobald wir den Raum modelliert hatten, rückten die akustischen Prioritäten in den Fokus.

Die Herausforderung im Tieftonbereich

Zach hatte bereits sechs FlexRange-Akustikpaneele (früher als 242er bezeichnet) und ein Screen-Panel zur Hand, die er in das neue Design integrieren wollte. Das bedeutete, dass Reflexionen im Mittel- und Hochtonbereich teilweise kontrolliert waren. Der Raum war nicht übermäßig hallig. Aber es gab keine Bassabsorption oder -diffusion.

In kleinen Räumen geht es bei Bassproblemen nicht in erster Linie um Frequenzgangkurven. Es geht um die Abklingzeit. Wenn tiefe Frequenzen länger nachklingen als alles andere, klingt der Raum matschig und unausgewogen. Kick-Drums verlieren an Druck. Basslinien verschwimmen miteinander. Mix-Entscheidungen werden zum Rätselraten.

Um dieses Verhalten zu kontrollieren, braucht es eine angemessene Abdeckung (genügend Oberfläche) mit Paneelen, die dick genug sind, um die gewünschte Leistung im Tieftonbereich zu liefern. Bei tiefen Frequenzen gibt es keinen Ersatz für Tiefe.

Was uns zum Thema Raum bringt.

Eckbassfalle

Wir haben in allen vier vertikalen Ecken „Soffit Bass Traps“ gestapelt. Diese Geräte sind 17 Zoll dicke Kraftpakete. Wenn man sie in allen vier Ecken vom Boden bis zur Decke stapelt, sorgt das für eine hervorragende Tieftonwiedergabe.

Ecken sind Druckzonen. Wenn sich Bass aufbaut, konzentriert er sich dort. Indem wir die Soffits vom Boden bis zur Decke stapeln, maximieren wir die Absorption genau dort, wo sie am effektivsten ist. Für Räume, die eine herausragende Präzision im Tieftonbereich benötigen, liefert der von diesen Geräten beanspruchte Platz genau das. Wenn Klarheit und zuverlässige Tieftonwiedergabe das Ziel sind, ist die Investition dieses Platzes in den Ecken für die Bassabsorption eine der effizientesten Maßnahmen, die du ergreifen kannst.

Das ist der Kompromiss zwischen Bass und Platzbedarf in der Praxis.

Kontrolle der Erstreflexionen

Nachdem die Eckbassfallen eingerichtet waren, widmeten wir uns der Mischposition. Erstreflexionen von den Seitenwänden und der Decke verwischen das Stereobild, erzeugen eine ermüdende Schärfe im Mitteltonbereich und trüben die Klarheit im oberen Bassbereich.

An der rechten Wand haben wir vier 70-Hz-FlexRange-Bassfallen-Paneele vertikal gestapelt und so eine dichte Absorptionszone neben der Hörposition geschaffen. An der linken Wand schränkte ein Fenster die Befestigungsmöglichkeiten ein, daher haben wir quadratische Paneele verwendet, die genau in den verfügbaren Raum passten, und das tragbare Screen-Panel während des Mischens vor der Glasscheibe aufgestellt. Bewegliche Lösungen wie diese sind in Projektstudios sehr nützlich. Sie ermöglichen Kontrolle beim kritischen Hören und bieten gleichzeitig zusätzliche Flexibilität für Aufnahmesessions – einfach durch das Verschieben der Paneele.

Über der Mischposition haben wir vier dickere Paneele an der Decke angebracht. Diese Paneele eliminieren Deckenreflexionen und erweitern die Absorption bis in den unteren Bassbereich. Dicke Paneele an Reflexionspunkten tun mehr, als nur Reflexionen im Mittel- und Hochfrequenzbereich zu reduzieren. Sie helfen dabei, den Bereich von 70 bis 200 Hz zu glätten, der eine wichtige Rolle für Punch und Definition spielt. Wenn dieser Bereich unausgewogen ist, wird das Mischen zu einer ständigen Ausgleichsübung. Ist er unter Kontrolle, fallen Entscheidungen schneller und mit mehr Sicherheit.

Strategie für die Vorderwand

Wir haben zwei 70-Hz-FlexRange-Bassfallen-Paneele an der Vorderwand angebracht und sie mit Range Limitern ausgestattet.

Die Absorption im Hochtonbereich ist der einzige Bereich, in dem Zurückhaltung geboten ist, wenn sich mehr als nur ein paar Paneele im Raum befinden. Zu viel Absorption im Hochtonbereich kann dazu führen, dass sich ein Raum dumpf oder unnatürlich anfühlt. Range Limiter erhöhen die Bassabsorption und reduzieren gleichzeitig die Absorption im Hochtonbereich. So kann die Vorderwand stark zur Kontrolle der tiefen Frequenzen beitragen, ohne dass sich der Raum übermäßig „tot“ anfühlt.

Das Ergebnis ist ein Raum, der seine Helligkeit und Offenheit bewahrt und gleichzeitig die Definition im Tieftonbereich verbessert. Gespräche klingen weiterhin natürlich. Die kreative Energie des Raums bleibt erhalten. Das ist eine ausgewogene Akustikstrategie in der Praxis. Das Ziel ist nicht maximale Absorption an jeder Stelle. Das Ziel ist ein kontrollierter, gleichmäßiger Ausklang über das gesamte Frequenzspektrum hinweg.

Rückwand und Hybridpaneele

Im hinteren Bereich des Raums sind wir von reiner Absorption zu einer hybriden Kontrolle übergegangen, indem wir 80-Hz-Amplitude-Basstrap-Paneele (früher Alpha 6As) eingesetzt haben.

Alpha-Paneele kombinieren Breitbandabsorption mit Streuung und Diffusion. An der Rückwand und an den Seitenbereichen haben wir 1D-Diffusorplatten verwendet, um sowohl die Leistung als auch die ästhetische Kontinuität zu gewährleisten. An der Decke haben wir zwei weitere 80-Hz-Amplitudes mit 2D-Diffusorplatten installiert. Deckenreflexionen können aus verschiedenen Winkeln einfallen, und die 2D-Diffusion verteilt die Energie sowohl in der horizontalen als auch in der vertikalen Ebene gleichmäßiger. Dieser Ansatz sorgt dafür, dass der hintere Teil des Raums lebendig bleibt, ohne unkontrollierte Reflexionen zu verursachen.

Für Gesangsaufnahmen und akustische Instrumente ist diese Balance wichtig. Zu viel Absorption kann den Raum klein und beengt wirken lassen. Ein hybrider Ansatz bewahrt das Raumgefühl und hält gleichzeitig die Nachhallzeiten unter Kontrolle.

Lautsprecherplatzierung und Feinabstimmung

Wir haben an der Vorderwand bewusst Flexibilität gelassen, um nach der Installation der Akustikmaßnahmen eine Feinabstimmung der Lautsprecherplatzierung zu ermöglichen. In kleinen Räumen hat die Lautsprecherplatzierung einen großen Einfluss auf Nullstellen im Bereich von 70 bis 200 Hz aufgrund von SBIR (Speaker Boundary Interference Response), was mit dem Abstand zwischen den Lautsprechern und nahegelegenen Oberflächen zusammenhängt. Dieser obere Bassbereich beeinflusst, wie Kick-Drums und Instrumente im Tieftonbereich wahrgenommen werden. Oft klingen Lautsprecher ganz nah an der Vorderwand am besten, aber den genauen Abstand ermittelt man am besten durch ein bisschen Ausprobieren.

Das Ergebnis

Nach der Installation und der Abstimmung verhält sich der Raum anders. Der Abklingvorgang im Tieftonbereich verläuft gleichmäßiger. Erstreflexionen werden reduziert. Die Klarheit im oberen Bassbereich verbessert sich. Der Raum wirkt kontrolliert, aber nicht steril. Hell, aber nicht schrill. Angenehm genug für lange Sessions und dennoch präzise genug für wichtige Mix-Entscheidungen.

Am wichtigsten ist: Der Raum wird vertrauenswürdig.

Wenn die Ausklingzeiten ausgewogen und der Bass kontrolliert sind, kannst du dich auf das verlassen, was du hörst. Entscheidungen lassen sich auch außerhalb des Raums umsetzen. Die Wiedergabe verbessert sich. Der Arbeitsablauf verläuft reibungsloser. Und sobald sich deine Ohren an die neue akustische Signatur gewöhnt haben, tritt die Raumakustik in den Hintergrund. Du denkst nicht mehr über die Paneele nach.

Du widmest dich einfach wieder dem Musikmachen.

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